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Omterra – Öfter mal was Neues

26.7.2026

Nach der Dekonsolidierung durch die Siemens AG plant die Siemens Energy AG, sich neu zu benennen, der Bezug auf Siemens soll wegfallen.

Der Verein der Belegschaftsaktionäre bedauert dies, obgleich die Entscheidung konsequent und nachvollziehbar ist.

Der Name Siemens ist seit über 170 Jahren mit dem Innovationsgeist seines Gründers verbunden und hat weltweit einen ausgezeichneten Ruf. Der damalige Vorstandsvorsitzende der Siemens AG, Joe Kaeser, hat 2019 diesen Namen Siemens dann in einen immateriellen Vermögenswert verwandelt mit einem Marktwert in der Bilanz von 9,5 Mrd. Euro. Er gründete dafür die Siemens Trademark GmbH & Co. KG in der bekannten Gewerbesteueroase Kemnath, die allein den Geschäftszweck hat, den Namen Siemens zu vermarkten. Namensnutzer müssen folglich Lizenzgebühren zahlen, die sich am erwirtschafteten Ertrag dieser Nutzer orientieren.

Die Siemens AG selbst z. B. zahlte im GJ 2025 dafür 1.208 Mio. Euro. Diese Gewinne werden dann von der eigenen Tochter Siemens Trademark zu den extrem niedrigen Gewerbesteuersätzen der Stadt Kemnath versteuert. Nachteil: Diese Einnahmen fehlen damit den anderen Städten, die die öffentliche Infrastruktur für diese Unternehmen dort stellen.

Für die Siemens Energy hingegen sind die Lizenzgebühren echte Kosten, die den operativ erwirtschafteten Gewinn schmälern, ohne Rückfluss durch die Trademark GmbH. Im GJ 2025 beliefen sich diese Kosten auf 300 Mio. Euro, die sich gegenüber den Aktionären der Siemens Energy nur dann rechtfertigen lassen, wenn die Namensnutzung mit einem entsprechenden, daraus resultierenden höheren Gewinn einhergeht. Angesichts der vollen Auftragsbücher und der Kundenstruktur erscheint es unwahrscheinlich, dass der Verzicht auf den Namen Siemens einen Gewinneinbruch in Höhe der Lizenzgebühren nach sich zieht. Denn im B2B-Geschäft spielen Markennamen traditionell eine geringere Rolle als Referenzprojekte und Bankbürgschaften. Wenn das so ist, ist das Management sogar verpflichtet, diese Kosten einzusparen, die in Zukunft sogar noch deutlich mehr werden können. Und die will und kann Siemens Energy, deren Aufsichtsratschef übrigens jetzt besagter Herr Kaeser ist, nicht mehr weiter bezahlen. Vielleicht hätte Herr Kaeser darüber nachdenken sollen, bevor er direkt – ohne Abkühlphase – aus dem Vorstand Siemens AG in den Aufsichtsrat der Siemens Energy gewechselt hat.

Die Vermarktung der Namensrechte hat echte Gewinner: Die Stadt Kemnath und der Landkreis Tirschenreuth freuen sich über den Geldsegen aus den Gewerbesteuereinnahmen. Ob die Lizenznehmer Gewinner sind, hängt davon ab, wie die Nutzung des Namens das operative Ergebnis beeinflusst. 

Der Verein der Belegschaftsaktionäre bedauert diese Umbenennung, er hat aber auch bereits damals das kreative Schönen der Bilanz durch die Vermarktung des Namens kritisiert, wodurch der Name Siemens zu einer Handelsware wurde. 

Wir wünschen dem Team Purple trotzdem alles Gute und werden weiter für die Interessen der Belegschaftsaktionäre bei dann „Omterra“ eintreten.